1929 – Der große Crash

Autor: Alexander S.

 


 

 

  • Motivation
  • Die Goldenen Zwanziger
  • Der große Crash
  • Folgen
  • Umdenken
  • Roosevelts “New Deal”
  • Unterschiede zur heutigen Krise
  • Fazit
  • Quellen

 

 

In erster Linie hat mich Frau Prof. Spornberger auf das Thema hingewiesen, da ich mir nicht sicher war, welches Thema ich behandeln könnte. Es sprach mich sofort an, da mich dieses Thema bereits in der Mittelschule fasziniert hat, ich jedoch nie darüber recherchiert habe und es sich daher sehr gut als Einstiegsthema eignete. Ein weiterer Grund warum ich mich für dieses Thema entschieden habe war die derzeitige Wirtschaftskrise die seit 2008 herrscht; ich wollte mich über mögliche Parallelen informieren und schauen, was sich in der Zeit geändert hat bzw. welche Maßnahmen der Entgegenwirkung entwickelt wurden.

 


 

 

 

Die Zeit von 1920 bis 1929 ging als die “Goldenen Zwanziger” in die Geschichte ein. Diese Zeit war geprägt von einem noch nie da gewesenen Wohlstand und es gab weitreichend positive Veränderungen. Zahlreichen technischen Neuerungen wie z.B. die Entwicklung des Flugzeugs oder des Radios sorgten für eine längere Phase soliden Wirtschaftswachstums. Das Fließband machte die Fabrikation von Massengütern möglich. Durch diese moderne Produktion wurde vieles billiger, wodurch ein Massenwohlstand entstand, und auch der Normalverbraucher konnte sich einen gewissen Luxus (Auto, Kino usw.) leisten.

Auch für die Künste und die Literatur waren es wunderbare Jahre und zum ersten Mal wurde die Freizeit als ebenso wichtig wie die Arbeit angesehen.

Die Aktienkurse in den USA waren 1920 relativ niedrig, die Preise stabil und die Reallöhne stiegen stetig ein wenig. Das Vermögen der Leute vergrößerte sich und einige begannen in den Aktienmarkt zu investieren. Als Folge stiegen die Kurse ab 1925. Das spornte weitere Menschen an, Wertpapiere zu kaufen. Die Kurse stiegen weiter. Spätestens 1928 war auch der Letzte von der Idee gepackt worden, schnell und leicht reich zu werden.

Oft genügte das Eigenkapital der Privatanleger nicht, um groß einzusteigen, deshalb borgten sie sich viele Geld von den Geschäftsbanken, sogenannte Maklerkredite. Als Absicherung genügte der eigene Aktienstock. Die Investoren wollten immer mehr Geld, um damit Aktien zu kaufen, was die Geldreserven schwinden ließ. Deshalb erhöhte die Zentralbank den Leitzinsen von fünf auf zwölf Prozent, was aus dem Ausland neues Geld einbrachte, damit wieder genug Kapital für die Anleger bereit stand.

Die Menschen waren sehr optimistisch eingestellt und waren sich sicher, dass sie nur gewinnen können und kauften so immer weiter Aktien.

Zweifel an der Dauerhaftigkeit des Aufschwungs waren bald nicht mehr zulässig, denn wer warnend den Zeigfinger hob, galt als Mann von gestern. Diese Entwicklung bezeichnete der amerikanische Ökonom John Kenneth Galbraith als “Massenflucht aus der Wirklichkeit”.

So entstand eine Blase, die zu Beginn des Jahres 1929 beinahe zum Platzen gebracht wurde. Die Kurse standen so hoch, dass die Kaufkraft erschöpft war und als Folge eine Verkaufswelle einsetzte. Die großen Bankiers und die Federal Reserve Bank ahnten, dass ein Crash folgen könnte. Unzählige Aktien waren nach herkömmlichen Kriterien grotesk überbewertet und auch das Volumen der Maklerkredite war bei Weitem nicht im Gleichgewicht mit dem Volumen der Käufe gegen Sicherheitsleistungen.

Es hätte einer heilsamen Korrektur bedurft, doch niemand tat etwas dagegen. Im Gegenteil, einflussreiche Bankenbosse ermunterten die Käufer, fleißig weiter zu investieren, der Aktienhöchststand sei noch lange nicht erreicht.

Erneut nahm die Zahl der Wertpapierkäufe auf Kredit gewaltig zu, was die Preise wieder steigen ließ. Firmen gaben weitere Aktien heraus, da es langsam an Papieren mangelte. Sogenannte Investment Trusts wurden gegründet. Journalisten ließen sich bezahlen, damit sie Werbung für eine bestimmte Gesellschaft machten. Um das Interesse der Spekulanten zu wecken, entstanden Pools, die eine große Menge einer Aktie kauften, um so künstlich die Kurse in die Höhe zu treiben.

Damit war das Kartenhaus errichtet und es fehlte nur noch ein Windstoß, um es zum Einsturz zu bringen.

 

 


 

 

Im Oktober 1929 wurden sich einige der Gefahr bewusst. Die Kurse lagen zwar noch auf hohem Niveau, sie standen jedoch still, wodurch viele ihrer Kredite nicht zurückzahlen konnten. Der Kapitalzufluss brach ein, das Handelsvolumen nahm deutlich zu. Die gesamte Woche vor dem eigentlichen Zusammenbruch war von Panik und Angst gekennzeichnet.

Der Donnerstag, der 24. Oktober 1929 war der Tag, der als schwarzer Freitag in die Geschichte einging. Es war der Tag, an dem das Gewitter über der Wall Street los brach. Wild gestikulierend liefen Makler über das Börsenparkett und suchte immer hektischer nach Aktienkäufern. Alle wollten plötzlich nur verkaufen, als hielten sie Tiere mit einer ansteckenden Krankheit in ihren Händen. Nachrichtenagenturen verbreiteten das Geschehen über das ganze Land, während sich unzählige erregte Anleger und Bankangestellte vor dem Börsengebäude versammelten, bis die Polizei die Menge auflöste. Eine Selbstmordwelle ging durch das Land. An diesem Tag wechselten 12.894.650 Anteile den Besitzer. Das war eine riesengroße Menge, wenn man das mit einem “normalen” Tag sonst verglich, bei dem ungefähr drei Millionen Anteile gehandelt wurden.

Am nächsten Tag nahm die Zahl der Verkäufe weiter zu. Die Aktienkurse sanken so weit, dass bei vielen Aktionären die Kredite nicht mehr ausreichend durch die Depotbestände gedeckt waren. Die Banken forderten daher den umgehenden Verkauf der Wertpapiere, obwohl sie sich in den Tagen zuvor noch gegen die Verkaufswelle gestemmt hatten bzw. selbst die angebotenen Aktien aufkauften, um so größere Kursrückgänge zu verhindern. Am Montag, dem 28. Oktober 1929, überfluteten riesige Verkaufsaufträge die Börse, so dass die Kurse weiter sanken. Am darauffolgenden Dienstag, dem 29. Oktober 1929, erstickten die Börsen fast in einer Flut von Verkaufsaufträgen.

Das Kartenhaus brach endgültig zusammen. Jeder wollte retten, was noch zu retten war, und verschlimmerte dadurch die Katastrophe. 16,5 Millionen Aktien wechselten an diesem Tag an der New Yorker Börse den Besitzer. Die Verluste aller Aktionäre wurden auf 15 Milliarden Dollar geschätzt.

Es war der Auftakt zur Weltwirtschaftskrise. Bis zum Sommer 1932 verloren die US-Börsenkurse fast 90 Prozent ihres Wertes. Die Panik an der Wall Street war damit nicht nur auf die wenigen Oktobertage beschränkt, sondern das Debakel zog sich bis zum Tiefpunkt rund drei Jahre lang hin. Die Wirtschaftskrise ging erst mit dem Zweiten Weltkrieg zu Ende.

 

 


 

 

Millionen amerikanischer Anleger, angefangen vom Arbeiter bis hin zum superreichen Spekulanten, verloren im Herbst 1929 und später ihre gesamten Investments. Es gab zahllose Bankenzusammenbrüche. Die Industrieproduktion und der Außenhandel brachen zusammen. Tausende Unternehmen machten Pleite, was zu Massenentlassungen führte, die US- Arbeitslosenrate stieg bis 1932 auf über 25%. Das Bruttosozialprodukt brach um 28% ein.

Viele Anleger konnten die Kredite bei der Bank nicht zurückbezahlen, so wurde am Ende ihr Eigentum (z. B. das eigene Haus) gepfändet und zur Versteigerung freigegeben.

Nach den Kurseinbrüchen an der Wall Street brachen in Europa ebenfalls die Aktienmärkte zusammen. Viele verloren ihr Vermögen und Unternehmen gingen in Konkurs. Die USA forderten die Gelder, die sie vielen Ländern vor dem Ersten Weltkriege als Unterstützung geliehen haben, sowie jene, die sie nachher in den Wiederaufbau Deutschlands gesteckt hatten, zurück, wodurch die Weltwirtschaftskrise auch in Europa endgültig ausbrach.

Nach Amerika traf es Deutschland am zweit härtesten, weil es hoch verschuldet aus dem Krieg kam und hohe Reparationsschulden an die Siegermächte zahlen musste. Der 1930 neu ernannte Reichskanzler Heinrich Brüning hatte das Ziel, den Staatshaushalt zu sanieren und die Reparationszahlungen zu beenden. Brüning setzte auf Sparpolitik: Die Gehälter öffentlich Bediensteter wurden um 25% gekürzt, eine Erhöhung der Einkommenssteuer wurde vorgenommen und die Ausgaben im Bereich der Arbeitslosenversicherung wurden gesenkt. Zwar konnte Brüning mit seiner Sparpolitik die Staatsausgaben im darauffolgenden Jahr um 19% senken, jedoch brach die Nachfrage zusammen und die Arbeitslosenrate wuchs bis 1933 auf über 30%.

Die soziale Krise zog eine politische Destabilisierung nach. In Deutschland bedeutete das das Ende der Weimarer Republik und die bis dahin unbedeutende NSDAP bekam in der Reichstagswahl von September 1930 18% und im Juli 1932 37% der Stimmen, was die Machtergreifung Hitlers mit sich führte.

 


 

 

 

Viele prominente Ökonomen, darunter auch John Maynard Keynes, verließen sich nach dem Zusammenbruch der Wirtschaft nicht mehr auf die bisher geltende klassische Wirtschaftstheorie, die auf die Regelung des Marktes durch Angebot und Nachfrage beruhte und von jeglichen staatlichen Eingriffen abriet, sondern forderten Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen und andere Formen aktiven staatlichen Gegensteuerns.

Eine Wiedergewinnung der Vollbeschäftigung und somit der Weg aus der Krise sei laut Keynes nur durch die staatlich herbeigeführte Erhöhung der Gesamtnachfrage nach Waren und Dienstleistungen erreichbar, nicht aber über flexible Preise und Löhne.

Um diese Überlegungen auch umzusetzen, verfasste Keynes einen Brief an Präsident Roosevelt, um ihn dahin zu bringen, im Rahmen seines “New Deal” die Maßnahmen in den Vordergrund zu rücken, die die Gesamtnachfrage erhöhen, und andere, die Keynes für nicht wirkungsvoll oder nur langfristig wirksam hält, in den Hintergrund treten zu lassen.

 

 


 

 


Für Amerika wendete sich das Blatt im Jahre 1933. Der Kandidat der Demokraten, Franklin D. Roosevelt konnte sich bei den Präsidentschaftswahlen gegen den amtierenden Präsidenten Herbert C. Hoover mit seinem Wirtschafts- und Sozialprogramm, dem sogenannten New Deal, durchsetzen.

Mit dem New Deal wollte Roosevelt die wirtschaftliche Depression überwinden. Die Armut und die Arbeitslosigkeit im Land sollte dadurch bekämpft und den amerikanischen Bürgern soziale Sicherheit gewährt werden.

Folgende Maßnahmen wurden von der Regierung ergriffen:

  • Staatliche Arbeitsprogramme wurden gestartet, die mehreren Millionen Menschen Arbeit boten. Der Staat investierte in die Erneuerung und den Neubau von verschiedenen öffentlichen Einrichtungen, wodurch die Kaufkraft vermehrt und die Wirtschaft angekurbelt werden sollte.
  • Kontrolle der Banken und Börsen durch das sogenannte Banken-Notgesetz (Staatliche Kontrolle)
  • Einsparungsgesetz: Gehälter der Bundesbediensteten um 15% gekürzt, Verwaltung wurde vereinfacht
  • Gründung der Tennessee Valley Authority Organisation: Raumsanierungs- und Elektrifizierungsprogramm brachten einen verbesserten Lebensstandard mit sich
  • Landwirtschafts-Anpassungsgesetz: finanzielle Unterstützungen für notleidende Farmer durch den Staat
  • Staatliche Überwachung von Arbeitsverhandlungen der Gewerkschaften, wobei diese Koalitionsfreiheit besaßen (Recht, sich frei zu organisieren)
  • Sozialgesetze: Mindestlöhne für Industriearbeiter; Arbeitslosen-, Renten-, Alters- und Krankenversicherung; Einführung eines progressiven Steuersystems

Franklin D. Roosevelts New Deal half den USA zweifellos wieder aus der Krise. Das Bruttosozialprodukt der USA stieg von 55,6 Milliarden Dollar auf 90 Milliarden Dollar, die Staatsverschuldung stieg jedoch von $22,5 Mrd. auf $40 Mrd. Auch die Demokratie konnte als Staatsform erhalten werden. .
Mit dieser Vorgehensweise betrieb die Regierung Wirtschaftspolitik nach dem englischen Ökonomen John Maynard Keynes. Dessen nachfrageorientierte Politik hatte die Verschuldung des Staates zugunsten der Vollbeschäftigung als den Schlüssel zum gesamtwirtschaftlichen Erfolg im Sinn.

 

 


 

 

 

Um zukünftige Blasen im Finanzsektor zu vermeiden, wurde in den USA das
Trennbankensystem eingeführt, wodurch Investmentbanken, die vor allem der Unterstützung des Handels an Finanzmärkten durch so genannte Investmentgeschäfte dienten, von den Geschäftsbanken, deren Geschäftstätigkeit aus der Vermögensverwaltung ihrer Kunden bestand und die aber einer schärferen Aufsicht unterlagen, strikt getrennt wurden.

Dieses Konzept sollte verhindern, dass die risikoreichen Bankgeschäfte das tägliche Bankgeschäft beeinträchtigten oder Kundeneinlagen gefährdeten, denn den Banken im Umgang mit Einlagen zu viele Freiheiten zu geben, ist keine gute Idee.

Der Börsenkrach und die Weltwirtschaftskrise von 1929 brachten einige Veränderungen mit sich und waren ausschlaggebend für ein totales Umdenken der Regierungen, Banken sowie der Ökonomen. Als Folge dessen können zukünftige Krisen viel besser gehandhabt werden, wie z.B. die aktuelle Krise, die 2008 ausbrach.

Im Gegensatz zu 1929 steht das Bankensystem nicht vor dem Zusammenbruch. Die Krise von 2008 forderte nur eine überschaubare Anzahl an Instituten in die Knie. Finanzunternehmen, die auf Geld vom Kapitalmarkt angewiesen waren, wie beispielsweise unabhängige Investmentbanken, gingen entweder bankrott, wurden übernommen oder in normale Geschäftsbanken umgewandelt.

In den 1930er-Jahren gab es noch keine Einlagensicherung, welche die nervösen Sparer beruhigt hätte. Viele sahen sich dazu veranlasst, ihre Einlagen abzuheben, wodurch es zu unzähligen Bankpleiten kam.

Einen weiteren Unterschied finden wir in der Geldpolitik. Als nach dem Börsenkrach von 1929 das Preisniveau sank, drosselte die Federal Reserve die Geldmenge. Das verstärkte den ohnehin bereits vorhandenen Deflationsdruck und führte zu einem jährlichen Preisverfall von 10%.

Heutzutage würde die Federal Reserve Liquidität in den Markt pumpen oder den Zinssatz senken und somit die Geldmenge erhöhen anstatt zu drosseln.

Die damaligen Maßnahmen von US-Präsident Hoover erwiesen sich teilweise sogar als kontraproduktiv und trugen dazu bei, den Abschwung noch weiter zu verschlimmern, wie z.B. die Erhöhung der Zölle und der Einkommenssteuer.

Heute würde man Rettungspakete für Banken sowie andere Maßnahmen zur Unterstützung verschuldeter Hausbesitzer verabschieden und dem Rückgang des privaten Konsums mit staatlichen Eingriffen entgegenwirken.

Einen letzten Unterschied zur damaligen Krise finden wir in der Solidarität der anderen Staaten. Damals brach der Welthandel durch erhöhte Zölle zusammen, heute versucht man gegenseitig angeschlagene Banken zu retten und schwächelnde Volkswirtschaften zu stimulieren.


 

 

Meiner Meinung nach haben wir sehr wohl aus der Geschichte gelernt und haben deshalb die heutige Krise besser bewältigt als damals.

 

 

 

 

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