Okt 18

SEHEN – MIT AUGE ODER GEHIRN?

Vera Dallemulle
Abschlussjahr 2009/2010

EINLEITUNG

Schon als Kleinkind beginnt man mit dem Licht zu leben: Es ermöglicht ihm, zu sehen, seine Umwelt zu erkennen und die Schönheiten dieser Welt zu genießen. Diese Fähigkeit ist allerdings nicht so selbstverständlich, wie es zunächst scheint, sondern muss gelernt sein. Die optische Wahrnehmung ist nämlich ein Produkt aus einem langen Lernprozess, der uns ein Leben lang begleitet. So ist das Sehen kein bloßes Abbild der Außenwelt, sondern es baut auf vielfältige Erfahrungen auf, die uns das Auge und andere Sinnesorgane zugleich liefern. Diese helfen uns dabei, die gesehenen Dinge verständlich zu machen. Dabei nehmen wir die Richtigkeit unserer Wahrnehmung als selbstverständlich an und wundern uns, wenn unser Sinn oftmals getäuscht wird.

Ohne diese Fähigkeit, Reize aufzunehmen und die Umwelt zu entschlüsseln, wäre jede menschliche Kultur undenkbar. Der Mensch ist nämlich ein “Augentier”, der in seinem Leben nach Anschaulichkeit verlangt. Der Mensch strebt danach, nicht nur sinnlich Wahrgenommenes, sondern auch die sinnliche Wahrnehmung an sich zu ergründen und zu erklären. Die dabei erzielten Errungenschaften sind “zugleich ein wesentliches Stück Kulturgeschichte der Menschheit”, wie sich Professor Adolf Bleichert, Abteilungsvorsteher am Physiologischen Institut an der Universität Hamburg, zu diesem Thema äußert.

Aufgrund der Bedeutung des Gesichtssinnes in unserem alltäglichen Leben, seiner Unabdingbarkeit und seines Zaubers, und meines persönlichen Interesses für dieses Gebiet habe ich dieses Thema ausgewählt. Denn ich bin fasziniert davon, wie der Mensch jeden Tag aufs Neue die Welt erblicken kann und sich dadurch immer weiter entfaltet. Genau dieses Thema werde ich auch in meiner späteren Berufswahl mit einbeziehen, ausgehend von einem Optometrie – Studium.

Continue reading